HAUS am KLEISTPARK


Künstlergespräch und Buchvorstellung am Mittwoch, dem 25. Januar, um 19 Uhr, Moderation Marion Brasch

Anne Heinlein und Göran Gnaudschun
Wüstungen – geschleifte Orte an der innerdeutschen Grenze

Fotografie


© Anne Heinlein, Groß Grabenstedt I, Altmarkkreis Salzwedel/Sachsen-Anhalt, erstmals urkundlich erwähnt: 1291, gewüstet: 1986


Link zur Einladung

Das Ausstellungs- und Buchprojekt von Anne Heinlein und Göran Gnaudschun thematisiert  geschleifte Orte an der ehemaligen innerdeutschen Grenze, die zwischen 1952 und 1988 im ostdeutschen Regierungsauftrag dem Erdboden gleichgemacht wurden. Zu diesem Feld gehören Ortschaften, die das freie Schussfeld gestört haben, die schlecht zu bewachen waren oder die zu nah an der Grenze standen. Gnaudschun und Heinlein haben ungefähr einhundert abgeschlossene Siedlungsgebiete ausfindig gemacht: vom Einzelgehöft bis zu ganzen Dörfern. „Wüstungen“ ist eine künstlerische Auseinandersetzung mit deutscher Geschichte, die auf verschiedenen Ebenen mit dokumentarischem Material arbeitet.

Um zu verstehen, warum die Orte gewüstet wurden, haben Heinlein und Gnaudschun zum einen nach den zeithistorischen Hintergründen in Archiven von Stasi, Grenztruppen, Bundesgrenzschutz und in Museen recherchiert. Zum anderen haben die Künstler Zeitzeugen interviewt und in deren privaten Fotoalben nach Sinnbildern gesucht. Viele dieser Dokumente sind in der Ausstellung zu sehen.

Im gleichzeitig erscheinenden Buch bringt Göran Gnaudschun in seinen Texten das eigene Erleben an den Orten, die Geschichten von ehemaligen Bewohnern und Aktenauszüge zusammen. Anne Heinlein hat großformatige schwarz-weiße Landschaftsfotografien von den Orten gemacht, an denen seit Jahrzehnten nichts Gebautes mehr steht. Wiesen, Wälder, Landschaftsecken und kleine Flächen sind zu sehen, in denen der Betrachter wie auf einer leeren Bühne Häuser, Straßen und Höfe imaginieren kann. Scheinbar ist es Landschaftsfotografie, aber mit dem Wissen hinter dem Bild wird es zum Reflexionsraum über die Bedeutung von Heimat und deren Verlust, aber auch über die Natur, die sich von allem ungerührt ihren Raum wieder erobert.

Anne Heinlein (*1977) und Göran Gnaudschun (*1971)  sind in Potsdam geboren und leben dort. Beide haben an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig Bildende Kunst bei Timm Rautert studiert und arbeiten im Bereich der künstlerischen Fotografie. Gnaudschun war zuletzt mit der Arbeit „Alexanderplatz“ in aller Munde. Momentan ist er Stipendiat der Villa Massimo in Rom. Anne Heinlein hat für ihre Arbeit zahlreiche Auszeichnungen erhalten, u.a. 2016 den Nachwuchsförderpreis für Bildende Kunst des Landes Brandenburg.

Blicke in die Ausstellung







Eindrücke von der Eröffnung


Anne Heinlein, Gören Gnaudschun (re)


Inka Schube spricht


14.01.  –  5.3.2017

HAUS am KLEISTPARK

Grunewaldstr. 6/7, 10823 Berlin-
Schöneberg
Di-So 11 bis 18 Uhr, Eintritt frei 

Das Projekt wurde mit Mitteln der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur gefördert.


www.anneheinlein.de www.gnaudschun.de


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