GALERIE im RATHAUS TEMPELHOF

2016

FAMILY COMES FIRST
Nora Bibel – Großfamilienportraits aus Bangalore, Indien

© Nora Bibel, Panduranga, Bangalore, Indien, 2015

Link zur Einladung |      Matthias Harder zur Ausstellung


Nora Bibel fotografierte 2014 im Rahmen eines Künstlerstipendiums des Goethe Instituts indische Großfamilien in Bangalore und zeigt die Portraits nun in der Galerie im Rathaus Tempelhof.

In Indien ist die traditionelle Großfamilie eine heilige Institution, die tief im hinduistischen Gedankengut verankert ist. Bei diesem Lebensmodell wohnen drei oder mehr Generationen unter einem Dach, teilen sich eine Küche, manchmal sogar ein Bankkonto. In der Regel leben die erwachsenen Söhne mit ihren Familien bei den Eltern, so dass häufig über 20 Personen in einem Haus zusammen leben. Obwohl die Idee der sogenannten „Joint-Family“ großes Ansehen genießt, wird es aufgrund der gesellschaftlichen Entwicklung in Indien schwieriger, diese Form des Zusammenlebens zu finden.

Nora Bibel interessiert das Zusammenspiel von sozialen Veränderungen und persönlichen Schicksalen. Für Family Comes First hat sie Familien unterschiedlichster Gesellschaftsschichten fotografiert. Die Fotografin versteht die in den Wohnzimmern aufgenommenen Fotografien als Inszenierung und macht im Arrangement der Menschen zueinander die jeweilige Zusammengehörigkeit deutlich. Dabei greift Bibel bewusst auf den Stil historischer Familienportraits zurück. Lange Belichtungszeiten lassen die Menschen still vor der Kamera stehen. Gradlinig und ernst blicken sie in die Kamera und zeigen so auch, dass Inszenierung und Authentizität der Protagonisten im Bild Thema der Arbeit von Nora Bibel sind.



Dr. Matthias Harder, Galerieleiterin Barbara Esch Marowski mit Nora Bibel

 

www.nora-bibel.de

GALERIE im RATHAUS TEMPELHOF,
Tempelhofer Damm 165, 12099 Berlin
11.3. – 27.5.2016, Mo – Fr 9 bis 18 Uhr, Eintritt frei



Roma Rotunda

Fotografien von Jakob Straub



Link zur Einladung

Römische Kuppelarchitektur an der Schnittstelle von Kunst und Design

Seit vielen Jahren fotografiert Jakob Straub mit seiner analogen Mittelformatkamera Kuppeln in der Ewigen Stadt. Bei diesem Langzeitprojekt geht es dem Grafik-Designer und Fotografen jedoch nicht um eine erschöpfende Dokumentation der zahllosen römischen Kirchen—ihn interessiert bei seiner Arbeit die gestalterische Idee eines Gebäudeentwurfs. Und so reduziert er mit einer hierfür entwickelten Aufnahmetechnik die Architektur auf Form, Farbe und Komposition und bringt sie so zurück aufs Reißbrett, zurück in die Keimzelle ihres kreativen Entwurfs.
Zugleich ermöglicht der serielle Charakter der Arbeit einen kaleidoskopartigen Einblick in die Projektionskraft menschlicher Phantasien, Wünsche und Vorstellungen.

Im gleichnamigen Bildband präsentieren sich 36 römische Rundbauten in einem 18 Meter langen Leporello. Das Buch erschien bei Hatje Cantz mit einem einleitenden Essay von Mark Gisbourne und gewann eine Silbermedaille beim Deutschen Fotobuchpreis 2016.

Jakob Straub, * 1975 in Berlin geboren, studierte Kunstgeschichte, Fotografie und Kommunikationsdesign an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin. 2002  schloss er sein Studium in der Fotoklasse von Manfred Paul mit Auszeichnung ab. Seither arbeitet Jakob Straub als Designer in den Bereichen Grafik, Fotografie und Typgrafie. Der Künstler lebt und arbeitet in Rom und Berlin. 

Blicke in die Ausstellung





Eindrücke von der Eröffnung, Dr. Enno Kaufhold spricht


www.roma-rotunda.com


GALERIE im RATHAUS TEMPELHOF, Tempelhofer Damm 165, 12099 Berlin
14. 1. bis 26. 2. 2016, Montag – Freitag 9 – 18 Uhr, Eintritt frei
Telefon 030 90277 6964



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